Sprache

Sprachentwicklungsstörungen

 

In den ersten Lebensjahren erlernen Kinder die wichtigsten Regeln ihrer Muttersprache. Gelingt dies nicht, spricht man von Sprachentwicklungsstörungen  bzw. Spracherwerbsstörungen. Normalerweise können sich Eltern rund um den 1. Geburtstag über die ersten Worte freuen. Gegen Ende des 2. Lebensjahres soll das Kind 50 Wörter sprechen können und Wortkombinationen (2 Wörter werden aneinandergereiht) verwenden.

 


A. Spezifische Sprachentwicklungsstörung

Eine Sprachenwicklungsstörung ohne organische, mentale oder emotionale Beeinträchtigung. Das Kind kann gut hören, gut sehen und ist geistig und körperlich normal entwickelt. Trotzdem hat es in der Entwicklung seiner Sprache erhebliche Schwierigkeiten.


Symptome:
- Laute werden nicht richtig gebildet, ausgelassen oder durch andere ersetzt
- beeinträchtigtes Sprachverständnis; das Kind versteht  Aufforderungen nicht richtig und reagiert deshalb nicht adäquat
- Probleme mit der Anwendung grammatischer Regeln, fehlerhafter Satzbau (Dysgrammatismus)
- eingeschränkter Wortschatz
- Probleme beim Führen eines Gesprächs (Dialog)
- Probleme beim Erzählen

„Late Talker“: Kinder mit verspätetem Sprechbeginn werden als Late Talker bezeichnet. Diese Kinder produzieren mit 24 Monaten noch keine 50 Wörter. Auch die ersten Wortkombinationen bleiben zu diesem Zeitpunkt noch aus.

 

 

B. allgemeine Sprachentwicklungsstörung

Von einer allgemeinen Sprachentwicklungsstörung wird gesprochen, wenn  eine organische, mentale oder emotionale Beeinträchtigung vorliegt, z.B. Hör- oder Sehbehinderung, geistige Retardierung oder emotionale Belastung.  Dabei ist auch die Sprachentwicklung gestört. Die sprachlichen Symptome müssen sich nicht von einer spezifischen Sprachentwicklungsstörung unterscheiden.

Aphasie

 

Aphasie nennt man eine Sprachstörung, die infolge eines Schlaganfalls, eines Schädel-Hirn-Traumas oder bei entzündlichen und tumorösen Erkrankungen des Gehirns auftritt. Betroffen können sein: das Sprechen, das Verstehen, das Schreiben und das Lesen.  Aphasie ist ein komplexes Phänomen, das Betroffene wie Angehörige gleichermaßen trifft.

 

Symptome:

- Probleme, Sprache im Alltag zu verwenden
- Wortfindungsstörungen
- unvollständige Sätze
- Wortverwechslungen
- beeinträchtigtes Sprachverständnis

Beispiele aus dem Alltag:

Betroffene können keine Zeitungen und Bücher lesen; Schwierigkeiten beim Telefonieren; beim Einkaufen können sie ihre Wünsche nicht äußern; Bankauszüge sind ihnen ein Rätsel; die verstehen nicht, was der Nachbar ihnen erzählt; Fernsehen wird zum Ratespiel.

 







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